OMIRA Oberland-Milchverwertung GmbH • Jahnstraße 10 • D-88214 Ravensburg

Die ersten Schritte nach der Diagnose

Das generelle Ziel lautet: Reduzieren Sie Ihre Laktosezufuhr auf ein für Sie verträgliches Maß. Um Ihre Ernährung entsprechend anzupassen, müssen Sie Ihre individuelle Laktose-Toleranzgrenze kennen. Diese ist von Person zu Person sehr unterschiedlich. Aber wie finden Sie Ihre individuelle Toleranzgrenze heraus? Hierfür gibt es ein 3-stufiges Ernährungsprogramm bestehend aus einer Karenz- und Testphase sowie einer angepassten Dauerkost.

Unser Tipp: Qualifizierte Ernährungsberater begleiten Sie gerne auf diesem Weg und helfen Ihnen dabei, dass Sie während des Therapiezeitraums durch eine gezielte Lebensmittelauswahl und die Verwendung laktosefreier Lebensmittel ausreichend mit allen Nährstoffen, insbesondere Calcium und Vitamin D, versorgt sind. Qualifizierte Ernährungsberater finden Sie z.B. auf der Seite der Deutschen Gesellschaft für Ernährung.

Karenzphase

Um Ihre individuelle Laktose-Toleranzgrenze herauszufinden, sollten Sie zunächst konsequent für 2 bis 4 Wochen auf alles verzichten, was mit Laktose zu tun hat. Dazu zählen nicht nur Milch und Milchprodukte, sondern auch alle anderen Lebensmittel, die Milchzucker enthalten können wie z.B. Süßwaren, Brot, Wurstwaren oder Instant-Saucen. Laktosefreie Milchprodukte dürfen während dieser Phase verzehrt werden. Ziel ist das Abklingen der körperlichen Beschwerden. Um den Magen-Darm-Trakt in dieser Zeit weitestgehend zu entlasten, sollten Sie auch auf blähende und schwerverdauliche Lebensmittel verzichten.

Hätten Sie’s gewusst? Auch Medikamente können Milchzucker enthalten. Allerdings sind die Mengen in den Medikamenten sehr gering. Die meisten Betroffenen können diese noch gut vertragen. Bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie jedoch auch Ihre Medikamente auf den Laktosegehalt hin überprüfen und dies mit Ihrem behandelnden Arzt besprechen.

Geeignete Lebensmittelauswahl

Hier finden Sie einen kleinen Überblick über geeignete Lebensmittel, die für die Karenzphase geeignet sind. Natürlich eignen sich diese Lebensmittel auch für die spätere tägliche Ernährung. Einen umfassenden Überblick liefert Ihnen unser Einkaufsplaner.

Milch und Milchproduktelaktosefreie Milch und Milchprodukte, Sojaprodukte, Mandelmilch, Reismilch, Reisdrink
Brot und Backwarenalle Sorten, die ohne Milch oder Milchprodukte bzw. Milchpulver gebacken wurden
Nährmittelalle Getreidearten, Reis, Mais, Hirse, Quinoa, Amaranth, Buchweizen, Johannisbrotkernmehl, Speisestärke (Mais- und Kartoffelstärke)
Obst und Gemüsealle Sorten als Frischware, auch tiefgekühlt
Fleisch/GeflügelSchinken, Braten, Kassler, Roastbeef, Rauchfleisch,
Fleisch- und Geflügelsülzen
Süße Brotaufstriche / SüßwarenHonig, Konfitüre, Gelee, Apfelkraut und Apfelmus, Pflaumenmus, Zuckerrübensirup; Mandel-, Sesam- und Nussmus; Süßwaren ohne Milch und Milchzubereitungen, MinusL Süßwaren und Nuss-Nougat Creme

Testphase

Person schreibt in ein Ernährungs- und Symptomtagebuch

Sind Ihre Beschwerden abgeklungen, können Sie mit der Testphase beginnen. Ziel ist es, Ihre individuelle Laktose-Toleranzgrenze zu ermitteln. Diese fällt von Person zu Person sehr verschieden aus. Es gibt Personen, die bereits schon auf kleinste Mengen Laktose reagieren. Sie benötigen daher einen Speiseplan mit weniger als 1 g Laktose pro Tag. Die meisten Betroffenen vertragen jedoch ca. 10 g Laktose über den Tag verteilt, einige auch noch höhere Mengen.

Während der Testphase beginnen Sie langsam, jeden Tag wieder portionsweise laktosehaltige Lebensmittel in Ihren Speiseplan zu integrieren. D.h. erst mal etwas laktosearmen Käse, dann einige Löffel Joghurt oder Quark. Aber nicht alles auf einmal, sondern über den Tag verteilt. Und so steigern Sie jeden Tag die Menge. Generell empfiehlt es sich, Milch und Milchprodukte im Rahmen einer Mahlzeit aufzunehmen, denn das verbessert in der Regel die Verträglichkeit von Laktose. So zum Beispiel Milch im Kartoffelpüree oder einen leckeren Fruchtquark als Dessert. Sobald Sie merken, dass Ihre Beschwerden wieder auftreten, kennen Sie Ihre individuelle Toleranzgrenze.

In dieser Testphase sollten Sie ein Ernährungs- und Symptomtagebuch führen. Sie notieren, welche Produkte Sie gegessen haben und ob Beschwerden auftreten. So können Sie am einfachsten nachvollziehen, ab welcher Laktosemenge Ihre Beschwerden beginnen.

Die Testphase dauert in der Regel 6 bis 8 Wochen und geht fließend in die Dauerkost über.

Dauerkost

Eine streng laktosefreie Ernährung ist in den meisten Fällen nicht notwendig. Ein bisschen Laktose über den Tag verteilt vertragen die meisten. Sie sollten Ihre Lebensmittel anhand Ihrer ermittelten individuellen Laktose-Toleranzgrenze auswählen.

Nicht auf Milchprodukte verzichten

Keinesfalls sollten Sie auf Milch und Milchprodukte verzichten. Das hilft zwar, die Symptome zu vermeiden, ist aber aus ernährungsphysiologischer Sicht nicht zu empfehlen. Lassen Sie Milch und Milchprodukte weg, so fehlt Ihnen eine der wichtigsten Calciumquellen in unserer Ernährung. Milch liefert neben Calcium auch Vitamin D. Vitamin D ist ebenfalls für unsere Knochengesundheit bedeutend. Darüber hinaus enthält Milch weitere Nährstoffe wie Zink, Vitamin B2, Vitamin B12 und wichtige Eiweißbausteine. Laktosefreie MinusL Produkte bieten hier die Lösung.

Die Calciumversorgung kann auch über eine gezielte Lebensmittelauswahl wie calciumreiche Mineralwässer oder calciumreiches Gemüse wie z.B. Grünkohl oder Brokkoli gedeckt werden.

Laktosefreie Milchprodukte

Sie müssen trotz Ihrer Laktoseintoleranz nicht auf Milchprodukte verzichten. Die große Palette an laktosefreien Produkten hilft Ihnen, Ihre gewohnte Ernährungsweise beizubehalten. Sie ersetzen einfach herkömmliche Milchprodukte durch die laktosefreie Alternative – das ist ganz unkompliziert. Hier erhalten Sie einen Überblick über unser laktosefreies MinusL Sortiment.

Gut zu wissen: Die laktosefreien Produkte beinhalten alle wichtigen Inhaltsstoffe der Milch. Sie werden aus ganz normaler Kuhmilch hergestellt, und daher sind z.B. der natürliche Calcium-, Eiweiß- sowie Vitamingehalt auch in den laktosefreien Milchprodukten enthalten. Der einzige kleine aber entscheidende Unterschied: Sie enthalten keine Laktose*! Der natürliche Laktosegehalt der Milch wird von ca. 4,8 g / 100 ml auf weniger als 0,1 g / 100 ml reduziert.

Laktosefreie* Vollmilch
Nährwerte je 100 ml
Herkömmliche Vollmilch
Nährwerte je 100 ml
Energie278 kJ / 67 kcal278 kJ / 67 kcal
Fett
davon gesättigte Fettsäuren
3,8 g
2,5 g
3,8 g
2,5 g
Kohlenhydrate
davon Zucker
4,8 g
4,8 g
4,8 g
4,8 g
Ballaststoffe0,0 g0,0 g
Eiweiß3,3 g3,3 g
Salz0,13 g0,13 g
Calcium120 mg120 mg

*Laktose < 0,1 g / 100 g

Wichtig: Laktosefreie Produkte sind nicht für Personen mit einer Milcheiweißallergie sowie einer Galaktosämie geeignet! Sie werden speziell für Personen mit einer Laktoseintoleranz hergestellt. Während der Herstellung wird die Laktose in Glukose und Galaktose aufgespalten. Alle weiteren Inhaltsstoffe bleiben unverändert enthalten – so auch das Milcheiweiß.

Für Milcheiweißallergiker bedeutet dies: In allen laktosefreien Produkten ist Milcheiweiß enthalten. Daher dürfen sie die MinusL Produkte nicht verzehren!

Für Personen mit einer Galaktosämie (angeborene Stoffwechselstörung) bedeutet dies: Die Laktose wird während des Herstellungsverfahrens nicht herausgenommen, sondern in Glukose und Galaktose aufgespalten. Das heißt, die Galaktose verbleibt in der Milch. Daher dürfen Personen mit einer Galaktosämie die laktosefreien Produkte nicht essen!